Die geopolitischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa zu Beginn der 1990er Jahre ließen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Mittelpunkt rücken. Engagierte Politikerinnen und Politiker aus Oberösterreich, Bayern und dem Böhmerwald nahmen sich das Modell der euroregionalen Zusammenarbeit, das sie an der deutsch-holländischen Grenze kennengelernt hatten, zum Vorbild und übertrugen es auf die gemeinsame Dreiländerregion in Niederbayern und der südlichen Oberpfalz, dem Böhmerwald und Oberösterreich.
So wurde am 20. September 1993 in Český Krumlov (Krumau an der Moldau) die Gründungsurkunde des trilateralen kommunalen Verbandes EUREGIO Bayrischer Wald-Böhmerwald von Dr. Christoph Leitl (Oberösterreich), LR Ingo Weiß (Niederbayern) und Ing. Jan Vrána (Böhmerwald) unterzeichnet.
Die EUREGIO ist heute ein grenzüberschreitender Zusammenschluss von Städten, Gemeinden, Landkreisen und Verbänden/Vereinen in der bayerisch-tschechisch-oberösterreichischen Dreiländerregion. Das Gebiet der EUREGIO umfasst ca. 16.000 km2 mit insgesamt 400 Mitgliedern, in denen rund 1,3 Millionen Menschen leben.
Die Hauptziele der EUREGIO sind die Förderung der Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg und die regionale Verankerung des europäischen Gedankens: Aufeinander zugehen, Vorurteile abbauen, um sich besser verstehen zu lernen.
Die Kernaufgabe der EUREGIO liegt in der Initiierung, Umsetzung und Begleitung von grenzüberschreitenden Regionalentwicklungsprozessen und Aktivitäten.
Seit bald 30 Jahren ist die EUREGIO von der Vision geprägt, die gemeinsame Region weiterzuentwickeln, die Wettbewerbsfähigkeit des ländlichen Raumes zu stärken und den Mut, Grenzen in den Köpfen zu überwinden und lösungsorientiert nach neuen Wegen zu suchen, zu stärken.
Die EUREGIO hat ihr Leistungsspektrum für ihre Mitglieder seit der Gründung kontinuierlich erweitert und ist zu einem Kompetenzzentrum und regionalen Knotenpunkt für gemeinsame Regionalentwicklung geworden.